Bestattung

Ewigkeitssonntag

Am Ewigkeitssonntag lädt die Carolinenkirche ganz besonders alle die Menschen ein, die im vergangenen Kirchenjahr einen Menschen verloren haben. In diesem Gottesdienst soll Gelegenheit sein, noch einmal zurückzuschauen und die Trauer in Gottes Hände zu legen. Vielleicht auch um zu erfahren, was Dietrich Bonhoeffer einmal so formuliert hat: „Je schöner und voller die Erinnerung, desto schwerer ist die Trennung. Aber die Dankbarkeit verwandelt die Erinnerung in eine stille Freude. Man trägt das vergangene Schöne nicht wie einen Stachel, sondern wie ein kostbares Geschenk in sich.“

Ablauf der Bestattung

Bei der Trauerfeier ist durch städtische Vorgaben die Zeit in der Friedhofshalle oftmals beschränkt (besprechen Sie auch dies mit Ihrem Bestattungsinstitut). Nach dem ersten Teil in der Trauerhalle gibt die Trauergemeinde der, dem Verstorbenen das letzte Geleit. Am Grab werden der Sarg oder die Urne in die Erde gelassen. Für viele ist das der schwerste Augenblick der Beerdigung. Doch wie ein Same neues Leben hervorbringt, kann das Einsenken der sterblichen Überreste ein Bild für die Gewissheit neuen Lebens sein. Mit dem dreimaligen Erdwurf wird an die Vergänglichkeit („Erde zu Erde“) und zugleich an das ewige Leben erinnert. Diesen Brauch nehmen dann die Trauergäste am Ende der Bestattung auf. Nach einem Moment der Stille und des persönlichen Abschiednehmens kann eine Blume oder etwas anderes als Zeichen der Verbundenheit ins Grab geworfen werden.

Für Menschen mit Gehbehinderungen sind der Weg zum Grab und dann auch das Stehen am Grab schwierig. Man kann über die Friedhofsverwaltung eine Fahrtmöglichkeit zum Grab wie auch dort eine Sitzgelegenheit organisieren. Bitten Sie Ihr Bestattungsinstitut dabei um Hilfe.

Die Trauerfeier anlässlich einer Feuerbestattung findet nur in der Friedhofshalle statt. Nach dem Segenswort erhebt sich die Gemeinde zu einem stillen Gedenken. Dabei besteht die Möglichkeit, nochmals an den Sarg zu treten und eine Blume niederzulegen.

Die Carolinenkirche erhebt für die Trauerfeier keine Gebühren. Der Betrag „für die Kirche“ in der Rechnung des Institutes ist für den kirchlichen Sachbedarf. Wenn Sie Ihrer Gemeinde etwas spenden wollen, können Sie dies im Sinne des, der Verstorbenen selbst festlegen.

Bestattung – erste Schritte

Sie haben einen Menschen verloren, der Ihnen nahe stand und wichtig war. Vielleicht können Sie im Augenblick gar nicht fassen, was geschehen ist. Vielleicht ist auch ein langer Weg mit Leid und Schmerz zu Ende gegangen. Die letzten Momente eines Menschenlebens zu begleiten, geschieht auf ganz unterschiedliche Weise. Toten das Geleit zu geben, ist ein wichtiger Schritt in der eigenen Trauer.

Dabei sollen jedoch nicht Verzweiflung, Angst oder Schrecken die Oberhand behalten. Wir Christen glauben, dass der Tod nicht das letzte Wort hat. Das Leben, wie Gott es will, reicht weiter, als wir es erkennen können. Deshalb stehen die evangelische Trauerfeier und die Bestattung im Zeichen der Hoffnung auf Gott, der neues Leben schenkt, wie er es uns in Jesus Christus gezeigt hat.

Das von Ihnen ausgewählte Bestattungsinstitut wird sich um die organisatorischen Dinge der Bestattung kümmern, in einer Großstadt wie München ist manches anders als auf dem Land oder wie man es von früher her kennt. Bitte setzen Sie sich deshalb bei einem Trauerfall baldmöglichst mit uns in Verbindung – am besten schon bei der ersten Besprechung mit Ihrem Institut. Dort stellt man gerne den Kontakt zum Pfarramt her.

Gespräch

Herr Pfarrer Dörrich wird mit Ihnen ein persönliches Gespräch führen, um die Trauerfeier vorzubereiten. Dabei können Sie über alles sprechen, was Sie bewegt und dabei Trost finden. Erzählen Sie aus dem Leben des, der Verstorbenen. Sie helfen damit, die Trauerfeier möglichst persönlich zu gestalten. Vielleicht wissen Sie ein Bibelwort, das dem, der Verstorbenen wichtig war. Dies kann Grundlage für die Traueransprache sein. Manchmal kann es hilfreich sein, sich an der Trauerfeier aktiv zu beteiligen.

Musik setzt viele Gefühle in Bewegung. Wählen Sie ein oder zwei Stücke für die Trauerfeier aus. Auf jedem Friedhof ist die Einspielung von CD oder Cassette möglich, auf Ihren Wunsch hin können auch Musiker engagiert werden.

Selbstverständlich begleitet Sie Herr Pfarrer Dörrich auch im weiteren Verlauf der Trauer, sprechen Sie ihn jederzeit an. Denn nach der Bestattung beginnt für Trauernde noch lange nicht der Alltag. Trauer braucht Zeit.

Sterben und Tod: Wenn jemand aufs Sterben zugeht

Es ist meist nicht leicht, an einem Sterbebett zu sein. Den meisten Sterbenden hilft aber schon allein die Anwesenheit von einem nahestehenden Menschen, dass man zu ihm spricht, seine Hand hält, da ist. Auch wenn es so aussieht, als würde der Sterbende nichts mehr wahrnehmen, ist gut möglich, dass ihn noch vieles davon erreicht. Wenn man es kann, ist es sehr hilfreich, laut zu beten oder geeignete Bibelworte vorzulesen. Vor allem bekannte Worte wie das Vaterunser oder der Psalm 23 „Der Herr ist mein Hirte“ erreichen oft noch das Unbewusste. Vorschläge finden Sie hier. Fragen Sie ruhig auch, ob sich der Sterbende über den Besuch eines Pfarrers freuen würde, vielleicht möchte er oder sie auch noch am Krankenbett Abendmahl feiern. Bitte sprechen Sie uns dann an.

Der Trauergottesdienst

Der Trauergottesdienst erinnert noch einmal an den Menschen, von dem man Abschied nehmen muss, und stellt den Abschied unter Gott. Das Beten für den Verstorbenen und Worte des Glaubens für die Lebenden sind wichtige Elemente. Die Hoffnung darauf, dass Gottes Liebe sich stärker als der Tod gezeigt hat, erlaubt, dass wir den Trauergottesdienst feiern. Er wird vorbereitet im Beerdigungsgespräch zwischen Angehörigen und dem Pfarrer/der Pfarrerin.
Wenn jemand eingeäschert wird

Der Trauergottesdienst kann dann entweder mit der Urnenbeisetzung verbunden gefeiert werden oder vor der Einäscherung. Dann geschieht die Urnenbeisetzung schlicht im Familienkreis. Für beides gibt es gute Gründe. Wenn man auf die Urne wartet, kann es ein Nachteil sein, dass es womöglich einige Zeit dauert. Aber die Beisetzung geschieht dann mit Gottesdienst und Gebet. Wenn man vor der Einäscherung mit Gottesdienst Abschied nimmt, ist die gottesdienstliche Feier näher am Erleben des Todes. Dafür ist dann die Urnenbeisetzung in der Regel ohne Begleitung von außen.

Wenn man den Trauergottesdienst in der Kirche feiern möchte

Dann sollten Sie uns ansprechen, bevor Sie Trauerkarten verschicken: der Beginn wird dann in der Regel etwas früher sein als mit dem Bestattungsamt vereinbart, wegen der Möglichkeit für Orgelmusik und auch wegen weiterer Entfernungen. Bei uns haben wir zwei Möglichkeiten, den Gottesdienst in der Kirche zu beginnen. Wir können in der Epiphaniaskirche Gottesdienst feiern und auch ggf. anschließend auf dem Friedhof mit der Beerdigung fortsetzen. Und auf dem Friedhof Untermenzing haben wir die Möglichkeit, die St.Martins-Kirche dafür zu nutzen. Die katholische Kirche macht das in der Regel möglich gegen eine kleine Gebühr. Wenn Sie keinen entsprechenden Wunsch haben, findet der Trauergottesdienst an der Friedhofshalle und am Grab statt.

Trauern

Wenn Sie jemanden brauchen, sind wir gern für Sie da mit den Gottesdiensten und mit einem Gespräch. Auf der Seite „Seelsorge“ (hier) finden Sie die Kontaktmöglichkeiten. Dort sehen Sie auch das Angebot eines Trauer-Cafes, auf das wir gerne hinweisen.
Ewigkeitssonntag

Am Ende des Kirchenjahres, am letzten Sonntag vor dem Advent denkt die Epiphaniasgemeinde noch einmal an alle Verstorbenen des Kirchenjahres. Es werden ihre Namen genannt und es wird für sie gebetet. Alle Angehörigen sind dazu herzlich eingeladen.

Was bei einem Todesfall zu bedenken ist

Anmeldung zur Bestattung

Der Sterbefall ist bei einem Standesamt anzuzeigen, dort wird die Sterbeurkunde ausgestellt. In der Regel wird ein Bestattungsunternehmen eigener Wahl beigezogen.

Das zuständige Pfarramt ist zu benachrichtigen, ein Gespräch mit der Pfarrerin oder dem Pfarrer zu vereinbaren, um die notwendigen Formalitäten zu erledigen.

Mit dem Pfarramt, der Friedhofsverwaltung und dem Bestattungsunternehmen werden Termin und Art der Bestattung festgelegt und der Grabplatz gewählt.

Die kirchliche Bestattung ist ein Gottesdienst der Gemeinde. Sie kann in der Regel nur Angehörigen der evangelischen Kirche gewährt werden. Ungetaufte Kinder evangelischer Eltern, frühverstorbene Kinder, bei denen die Nottaufe nicht mehr möglich war, und Totgeborene haben ein Anrecht darauf, kirchlich bestattet zu werden.

Wünschen die Angehörigen von Verstorbenen, die nicht Mitglied der Kirche waren, die kirchliche Bestattung, so soll dieser Wunsch ausführlich mit der Pfarrerin, dem Pfarrer besprochen werden. Die Entscheidung eines Menschen, der Kirche nicht angehören zu wollen, muß ernst genommen werden. Andererseits soll der Wunsch der Angehörigen nach biblischer Verkündigung, Fürbitte und Begleitung respektiert werden. Diese Spannung kann nur gemeinsam aufgelöst werden. Ist eine kirchliche Bestattung nicht möglich, kann eine andere Form der kirchlichen Begleitung gefunden werden.

Hat sich ein Mensch selbst das Leben genommen, dann ist der Trost, den eine kirchliche Bestattung geben kann, besonders notwendig. Die kirchliche Begleitung der Angehörigen ist besonders geboten.

Feuerbestattung

Der Gottesdienst zu einer Feuerbestattung wird entsprechend gestaltet.
Für die spätere Urnenbeisetzung kann die Begleitung einer Pfarrerin bzw. eines Pfarrers in Anspruch genommen werden.

Trauerfeier am Grab

Die Handlung am Grab beginnt damit, daß der Sarg eingesenkt wird.
Danach spricht die Pfarrerin bzw. der Pfarrer:
»Der Herr über Leben und Tod hat unsere Schwester/
unseren Bruder in Christus aus diesem Leben abgerufen.
Von Erde bist du genommen, zu Erde sollst du werden.
Gott vollende an dir, was er dir in der Taufe geschenkt hat,
und gebe dir Teil an seiner Herrlichkeit.
Friede sei mit dir von Gott, dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.«

Bei diesen Worten ist es üblich, dreimal Erde auf den Sarg zu werfen.
Dies ist ein Zeichen dafür, daß wir wieder zu Erde werden und ein Hinweis darauf, daß wir auferstehen werden.

Es folgt ein Bibelwort, das die Auferstehung der Toten bezeugt und auf Gottes neue Schöpfung hinweist.
Die Bestattung schließt mit dem gemeinsam gesprochenen Vaterunser und dem Zuspruch des Segens.

Trauerfeier in der Kirche

Die Bestattung hat zwei Elemente: den Gottesdienst in der Kirche oder einer Trauerhalle und die Handlung am Grab.
Der Gottesdienst ist geprägt von der Unausweichlichkeit des Todes und der Gewißheit seiner Überwindung. Deshalb ist Raum für Trauer und Klage über den erlittenen Verlust.
Das Leben des oder der Verstorbenen kommt in angemessener Weise zur Sprache.
In Schriftlesung und Predigt wird die bergende Liebe Gottes bezeugt.
Die Gewißheit der Auferstehung steht gegen alle Sterbe- und Todeserfahrungen.
Die Gemeinde begleitet ihre Toten und deren Angehörige mit Gebeten und Liedern.

Bibelworte zur Bestattung

Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid – ich will euch erquicken.
Matthäus 11

Der Mensch, vom Weibe geboren, lebt kurze Zeit und ist voll Unruhe,
geht auf wie eine Blume und fällt ab, flieht wie ein Schatten und bleibt nicht.
Hiob 14

Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben,
weder Engel noch Mächte noch Gewalten,
weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges,
weder Hohes noch Tiefes
noch eine andere Kreatur
uns scheiden kann von der Liebe Gottes,
die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.
Römer 8

Der letzte Feind, der vernichtet wird, ist der Tod.
So auch die Auferstehung der Toten.
Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich.
Es wird gesät in Niedrigkeit und wird auferstehen in Herrlichkeit.
Es wird gesät in Armseligkeit und wird auferstehen in Kraft.
Es wird gesät ein natürlicher Leib und wird auferstehen ein geistlicher Leib.
1. Korinther 15

Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen.
Offenbarung 7