Trauung

Häufige Fragen zur Trauung

Wir möchten ökumenisch getraut werden. Ist dies möglich?

Was der Volksmund mit ökumenischer Trauung bezeichnet, ist leider noch keine echte gemeinsame Trauung der beiden großen Konfessionen. Es wird entweder die römisch-katholische Trauung in einer römisch-katholischen Kirche gefeiert mit Beteiligung eines evangelischen Pfarrers, einer evangelischen Pfarrerin. Oder aber die Trauung findet in einer evangelischen Kirche statt mit Beteiligung eines römisch-katholischen Pfarrers, dann ist es eine evangelische Trauung. In beiden Fällen empfiehlt es sich, besonders frühzeitig den Kontakt mit dem Pfarramt aufzunehmen. Wünschen beide eine evangelische Trauung, sollte die römisch-katholische Ehepartnerin, der römisch-katholische Ehepartner vor der Trauung in seiner katholischen Pfarrei die „Befreiung von der Formpflicht“ (Dispens) beantragen.

Können wir kirchlich getraut werden, wenn mein Partner, meine Partnerin nicht Mitglied der Kirche ist oder ich es nicht bin?

Der Segen Gottes gilt allen Menschen, die ihn möchten. Gehört der Partner oder die Partnerin keiner christlichen Kirche an, besprechen Sie Ihren Wunsch nach einer kirchlichen Trauung bitte mit Herrn Pfarrer Dörrich.

Kann ich kirchlich getraut werden, wenn ich geschieden worden bin?

Es ist eine traurige, aber nicht seltene Tatsache, dass Ehen scheitern. Schuld haben und „Sich-schuldig-fühlen“ ist bei vielen Trennungen ein (unterschwelliges) Thema. Manchmal bringen Geschiedene in der kirchlichen Trauung deshalb den Wunsch nach Vergebung und Neuanfang zum Ausdruck. Beides schenkt Gott. Im Traugespräch wird das alles Thema sein, um zu einer Gestaltung des Gottesdienstes zu kommen, der dem Anlass und den Lebensumständen entspricht.

Ich hätte gern Erinnerungsfotos vom Gottesdienst. Geht das?

Grundsätzlich ist das Filmen und Fotografieren möglich, aber bitte sprechen Sie es mit uns vorher ab. Es ist nämlich ratsam, dass nur eine (von Ihnen bestimmte) Person fotografiert bzw. filmt, damit der Gottesdienst seine ganze Würde und Andacht behält. Bitte weisen Sie auch rechtzeitig Ihre Gäste auf diesen Wunsch hin.

Kann ich in einer anderen Kirche oder im Grünen heiraten?

Besprechen Sie Ihre Vorstellungen frühzeitig mit uns. Allerdings ist die Trauung fernab der Carolinenkirche allein schon wegen der Entfernung nicht immer möglich.

Was kostet die Trauung in einer evangelischen Kirche?

Nichts, wenn Sie Ihren Hauptwohnsitz im Gebiet der Carolinenkirche haben. In allen anderen Fällen erheben wir eine Gebühr in Höhe von 75 Euro für die Nutzung der Kirche und in Höhe von 50 Euro für die Mesnerdienste. Darüber hinaus wird der Kirchenmusiker, die Kirchenmusikerin ein Honorar in Höhe von 50 Euro (oder mehr, falls beispielsweise Proben mit Solisten nötig sind) in Rechnung stellen.

Der Vater der Braut will seine Tochter in die Kirche führen und dort dem Bräutigam übergeben. Kennt die evangelische Kirche diesen Brauch?

Dieser ursprünglich germanische Brauch ist von der patriarchalischen Vorstellungswelt geprägt, aus der er stammt: Die Frau ist Eigentum des Mannes, aus der Hand der Vaters nimmt der neue Eigentümer seinen Besitz entgegen. Das Menschenbild, das dahinter steht, ist mit unserem heutigen Verständnis nicht mehr vereinbar. Vielleicht gibt es ja andere Möglichkeiten, um den Eltern eine gebührende Rolle im Gottesdienst zu geben. Bitte sprechen Sie es im Vorbereitungsgespräch an.

Vorbereitung der Trauung

Das Brautpaar meldet frühzeitig, d. h. mehrere Monate vor dem geplanten Termin, im Pfarramt den Wunsch einer kirchlichen Trauung an. Im Vorbereitungsgespräch mit Herrn Pfarrer Dörrich geht es um die Gestaltung des Gottesdienstes und um das Paar selbst: die Liebe, wie sich beide kennen gelernt haben, was ihnen an einander wichtig ist, was sie von ihrer Beziehung erwarten und warum ihnen Gottes Segen wichtig ist.

Das Brautpaar kann sich auf das Gespräch mit folgenden Fragen vorbereiten: Gibt es einen Bibelspruch, einen Liedvers oder sonst einen Text, der uns beiden viel bedeutet? (Anregungen finden Sie unter www.trauspruch.de). Wollen wir Lieder und Musik mit auswählen? Sollen Verwandte und Freunde den Gottesdienst mitgestalten? Welche Blumen wünschen wir uns in der Kirche?

Bitte vergessen Sie nicht, das Familienstammbuch mitzubringen. Für die bayerische Landeskirche ist die Heirat auf dem Standesamt der rechtsverbindliche Akt. Erst wenn ein Paar standesamtlich verheiratet ist, kann die kirchliche Trauung gefeiert werden.

Die Bedeutung der Trauung

In der kirchlichen Trauung wird die Verbundenheit zweier Menschen vor Gott und der Gemeinde verbindlich bekannt. „Eine glückliche Ehe ist eine größere Wundertat Gottes als die Teilung des Schilfmeeres“, weiß ein jüdisches Sprichwort. Sie braucht regelmäßige Pflege, von den Liebenden und von der Welt, in der sie leben. Sie ist ein Geschenk Gottes. Dankbarkeit und Freude prägen deshalb die kirchliche Feier.

In der Trauung empfängt das Brautpaar den Segen Gottes. Den Brautleuten wird in der gottesdienstlichen Feier versichert, dass Gottes Segen sie in ihrer Ehe begleitet. Denn es ist alles andere als selbstverständlich, dass zwei Menschen mit ihren Träumen und Wünschen, Lebensplänen und ­-geschichten eine feste und lebenslange Beziehung eingehen wollen und können.

Dass sie eine dauerhafte Beziehung wollen, machen die Brautleute im Trauversprechen öffentlich. Sie bringen vor der Festgemeinde und Gott zum Ausdruck, was sie einander bedeuten und dass sie sich einander versprechen. Dem verbindlichen Miteinander gilt Gottes Verheißung für gute und schlechte Tage „bis dass der Tod euch scheidet“. Die bayerische Landeskirche hält deshalb an der inhaltlichen Aussage zur Unverbrüchlichkeit der Ehe fest. Mit ihrem Versprechen verschließen die Brautleute nicht die Augen vor der traurigen Tatsache, dass Ehen scheitern können. Sie zeigen einander und der Gemeinde damit jedoch die Bereitschaft, ihre Liebe zu gestalten und wachsen zu lassen und in schweren Zeiten alles ihnen Mögliche für das Miteinander zu geben.

Kirchliche Trauung

Bevor Sie zur Kirche kommen, sind Sie vor dem Standesbeamten durch Ihr Jawort ein Ehepaar geworden. Die kirchliche Trauung ist nicht einfach die feierlichere Wiederholung des Standesamtes.
Die kirchliche Trauung ist ein Fest, bei dem deutlich werden soll, in welchem Geist Sie Ihre Ehe führen wollen und können.

Dazu gehört:

der Dank an Gott dafür, dass er Sie miteinander verbunden hat,
die Suche bei Gott nach Orientierung für ein gelingendes Leben,
Ihr Versprechen voreinander, vor Gott, vor den Gästen, dass Sie Ihre Ehe im Geist des christlichen Glaubens führen wollen,
der Segen, also das Versprechen Gottes, dass er Sie in Ihrer Ehe leiten, tragen und ermutigen wird.
Trauvorbereitung

Hier können Sie sich über das Vorgehen und die einzelnen Elemente der kirchlichen Trauung ausführlich informieren.
Orientierung für ein Leben

Wie kann unser gemeinsames Leben so gelingen, dass wir uns gegenseitig fördern, aneinander wachsen, einander stützen und bereichern? Die biblische Tradition ist voll von guten Orientierungen in diesen Fragen. Einige dieser grundlegenden, klassischen Bibeltexte werden bei der Trauung vorgelesen. Außerdem versuchen Pfarrerin oder Pfarrer, in der Trauansprache für Sie persönlich Anstöße zu geben.
Der Trauspruch

In der Trauansprache wird die Pfarrerin/der Pfarrer einen kurzen biblischen Text, den „Trauspruch“ auslegen, der Sie in Ihrer Ehe begleiten soll. Diesen Spruch können Sie gemeinsam aus-wählen. Im Internet finden sich hierzu zahlreiche Anregungen, z.B. auf der Seite www.trauspruch.de.
Das Trauversprechen

Im Gottesdienst versprechen Sie, dass Sie Ihre Ehe im Geist des christlichen Glaubens führen wollen. Die genauen Formulierungen wird die Pfarrerin/der Pfarrer noch mit Ihnen besprechen.
Der Trausegen

Die Trauung ist ein Einschnitt, eine wichtige Markierung in Ihrem Lebenslauf. An diesem Einschnitt wird Ihnen der Segen Gottes persönlich unter Handauflegung zugesprochen. Wer sprechen Ihnen Gottes Versprechen zu, Sie in Ihrem gemeinsamen Leben zu begleiten und zu leiten.
Abendmahl

Im Traugottesdienst soll deutlich werden, dass die Nähe, Liebe und Verbundenheit, die Menschen sich gegenseitig geben, in der Nähe, Liebe und Verbundenheit Gottes ihre Wurzel hat. Das wird besonders deutlich, wenn im Traugottesdienst auch das Abendmahl gefeiert wird. Gerne können Sie mit der Pfarrerin/dem Pfarrer besprechen, ob Sie das wünschen und wie ein Abendmahl im Traugottesdienst gestaltet werden kann.
Viele können sich beteiligen

Die Trauung soll ein persönliches Erlebnis sein für Sie und für die Gäste. Deshalb ist es schön, wenn Freunde, Verwandte, Trauzeugen sich an der Gestaltung des Gottesdienstes beteiligen. Dazu gibt es viele Möglichkeiten. Einige Beispiele: • Musikalische Beiträge instrumental oder gesungen. Bitte besprechen Sie dann mit dem Pfarrer / der Pfarrerin, wie die Liedtexte zum Gottesdienst passen. • Ein guter Freund (oder auch Sie selbst) könnte kurz erzählen, wie Sie beide sich kennen gelernt haben, wie Ihr gemeinsamer Weg bisher verlief. • Einzelne könnten Texte im Gottesdienst vorlesen. • Nahe Menschen können Ihnen gemeinsam mit der Pfarrerin/dem Pfarrer den Segen Gottes zusprechen. • Vielleicht gibt es ein Gedicht, einen kurzen Text, die Ihnen wichtig geworden ist? Das könnte im Gottesdienst vorgelesen werden.
Musik und Singen

Musik gehört zu einem Fest. Und zur Kirche und zum Gottesdienst gehört auch das gemeinsame Singen. Andererseits sind viele unsicher, weil sie Lieder nicht kennen und auch sonst selten singen. Sie können mit Pfarrerin oder Pfarrer besprechen, welche Lieder sich für Ihre Trauung am besten eignen. Die weitere musikalische Ausgestaltung der Trauung besprechen Sie am besten direkt mit dem zuständigen Kirchenmusiker.
Planung

Wenn Sie Kontakt mit dem Pfarrer/der Pfarrerin aufnehmen, wird gerne ein Traugespräch ausgemacht, in dem alles um die kirchliche Trauung herum besprochen werden kann. Bitte sprechen Sie erst mit einem Pfarrer bzw. einer Pfarrerin, bevor Sie einen Termin unverrückbar machen (beispielsweise durch die Buchung von Musik oder Wirtshaus). Wir geben uns immer Mühe, Ihren Wünschen gerecht zu werden, aber es gibt Termine, die bei uns schon besetzt sind, und an denen auch keine Vertretung zu finden ist. (2012 nach uh 2007)

Trauung in besonderen Fällen

Kann ich getraut werden, wenn mein Partner geschieden ist, oder wenn er nicht der Evangelischen Kirche angehört? Können wir ökumenisch heiraten oder müssen wir das sogar? Fragen gibt es viele. Die Antworten finden Sie hier.
Trauung Geschiedener

Das Scheitern einer Ehe ist ein gravierender Einbruch im Leben zweier – meist nicht nur zweier – Menschen. Es tut gut, sich mit solchen Brüchen bewusst auseinanderzusetzen und auch nach den eigenen Anteilen am Scheitern zu fragen. Dass wir immer wieder Scheitern, gehört zu unserem Leben allerdings dazu. Wer einmal gescheitert ist, dem soll ein neuer Anfang nicht grundsätzlich verwehrt werden. Deshalb gibt es in der Evangelischen Kirche die Möglichkeit, auch als Geschiedener eine neue Ehe mit einer kirchlichen Trauung zu begehen. Im Gespräch mit dem zuständigen Seelsorger wird auch zur Sprache kommen, wie die Erfahrungen aus der geschiedenen Ehe den Neuanfang mit prägen.
Schon lange verheiratet

Bei manchen Paaren entsteht der Wunsch nach einer Kirchlichen Trauung erst nach vielen Jahren der Ehe. Dem steht nichts im Wege. Es kann ein Fest sein, bei dem man besonders intensiv zum Ausdruck bringt, was das Zusammenleben schon lange geprägt und getragen hat. Auch die Verbindung der Trauung mit einer Taufe – ironisch oft „Traufe“ genannt ist möglich.
Katholisch – Evangelisch

Konfessionsverbindende Paare haben grundsätzlich drei Möglichkeiten.

die Evangelische Trauung Der katholische Partner kann bei seinem katholischen Gemeindepfarrer die sogenannte „Formpflichtbefreiung“ beantragen. Dann wird die Evangelische Trauung auch von der Katholischen Kirche anerkannt.
die Katholische Trauung Sie wird ohne weiter formelle Vollzüge auch in der Evangelischen Kirche anerkannt.
die Ökumenische Trauung, Hier wirken sowohl ein katholischer als auch ein evangelischer Geistlicher mit.
Streng genommen gibt es nur eine Katholische Trauung unter evangelischer Assistenz oder umgedreht. Ausschlaggebend ist jeweils, in welcher Kirche die Trauung stattfindet.
Trauung mit einem nicht-christlichen Partner

Ein Gottesdienst anlässlich der Eheschließung zwischen einem evangelischen und einem nicht-christlichen Partner ist prinzipiell möglich. Dabei macht es zunächst keinen Unterschied, ob der Partner aus der Kirche ausgetreten oder religionslos ist oder ob er sich zu einer nicht-christlichen Religion bekennt. Voraussetzung ist, dass der nichtchristliche Partner Form und Inhalt des Gottesdienstes respektiert. Bei der Gestaltung der Liturgie wird darauf geachtet, dass niemand Aussagen macht, die er nicht innerlich bejahen kann. Keiner gehört einer Kirche an

In diesem Fall ist einer kirchliche Trauung nicht möglich und wohl auch nicht sinnvoll. Wenn der Wunsch nach geistlicher Begleitung anlässlich der Eheschließung spürbar wird, könnte das ein Grund sein, über einen Kircheneintritt oder über die Taufe nachzudenken.

FAQs zur Trauung

Wir möchten ökumenisch getraut werden. Ist dies möglich?

Ist „bis der Tod euch scheidet“ nicht zu vollmundig?

Kann kirchlich getraut werden, wenn der Partner oder die Partnerin nicht Mitglied der Kirche ist?

Kann ich kirchlich getraut werden, wenn ich geschieden worden bin?

Wann ist eine Eheberatung sinnvoll?

Ich hätte gern Erinnerungsfotos vom Gottesdienst, mich stört jedoch das Filmen und Fotografieren.

Kann ich in einer anderen Kirche oder im Grünen heiraten?

Was kostet die Trauung in einer evangelischen Kirche?

Der Vater der Braut will seine Tochter in die Kirche führen und dort dem Bräutigam übergeben. Kennt die evangelische Kirche diesen Brauch?

Wir möchten ökumenisch getraut werden. Ist dies möglich? Was der Volksmund mit ökumenischer Trauung bezeichnet, ist leider noch keine echte gemeinsame Trauung der beiden großen Konfessionen. Es wird entweder die römisch-katholische Trauung in einer römisch-katholischen Kirche gefeiert mit Beteiligung eines evangelischen Geistlichen, einer evangelischen Geistlichen. Oder aber die Trauung findet in einer evangelischen Kirche statt mit Beteiligung eines römisch-katholischen Pfarrers, dann ist es eine evangelische Trauung. In beiden Fällen empfiehlt sich, besonders frühzeitig den Kontakt mit dem Pfarramt aufzunehmen.

Wünschen beide eine evangelische Trauung, sollte die römisch-katholische Ehepartnerin, bzw. der -partner vor der Trauung in der jeweiligen katholischen Pfarrei die „Befreiung von der Formpflicht“ beantragen.

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Ist „bis der Tod euch scheidet“ nicht zu vollmundig?
Die Liebe zwischen Mann und Frau ist ein Geschenk Gottes. Dem verbindlichen Miteinander gilt Gottes Verheißung für gute und schlechte Tage. Die bayerische Landeskirche hält deshalb an der inhaltlichen Aussage zur Unverbrüchlichkeit der Ehe fest. Mit dem Versprechen verschließen die Brautleute nicht die Augen vor der traurigen Tatsache, dass Ehen scheitern können. Sie zeigen einander und der Gemeinde damit jedoch die Bereitschaft, in schweren Zeiten für ihre Liebe alles ihnen mögliche geben zu wollen. Ist das Paar in einem Konflikt überfordert, kann Hilfe von einer Beratungsstelle verhindern, dass Partner und Partnerin aufgeben, bevor sie scheitern.

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Kann kirchlich getraut werden, wenn der Partner oder die Partnerin nicht Mitglied der Kirche ist?
Ja, unter bestimmten Umständen.

Ist der Partner, die Partnerin Mitglied einer christlichen Kirche, die sich in der „Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen“ (AcK) zusammen geschlossen haben, wird die übliche Trauung gefeiert. Im Traugespräch sind die relevanten Fragen offen zu benennen.

Gehört der Partner oder die Partnerin keiner christlichen Kirche an, kann ein „Gottesdienst anlässlich der Eheschließung zwischen einem evangelischen Christen und einem Nichtchristen“ gefeiert werden. Dieser Gottesdienst respektiert die nicht-christliche oder ablehnende Haltung der Partnerin, des Partners: es ist keine Trauung. Einzelheiten teilt Ihnen das zuständige Pfarramt mit.

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Kann ich kirchlich getraut werden, wenn ich geschieden worden bin?
Es ist eine traurige Tatsache, dass Ehen scheitern. Schuld haben und „Sich-Schuldig-Fühlen“ ist unterschwelliges Thema in nahezu jeder Trennung. Geschiedene bringen in der kirchlichen Trauung den Wunsch nach Vergebung und Neuanfang zum Ausdruck. Beides schenkt Gott. Die erneute Trauung stellt die Kirche jedoch vor einem Konflikt. Das christliche Verständnis kennt nämlich keine zweite oder dritte Trauung. Die erste wird auch in keinem menschlichen Ritual aufgehoben. Der Pfarrer, die Pfarrerin wird in einem persönlichen Gespräch die Motive für den Wunsch nach einer kirchlichen Trauung erfragen. Daraufhin muss er, muss sie entscheiden, ob er, ob sie dem Wunsch des Paares entsprechen kann.

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Wann ist eine Eheberatung sinnvoll?
Eheberatungsstellen helfen in akuten Krisen. Schnellstmöglich und verbindlich wird an einer gemeinsamen Lösung gearbeitet. Aber auch Erfahrungen und Anregungen für die alltägliche Pflege der Liebe gibt das geschulte Personal an Eheleute weiter. In fast jeder größeren Stadt gibt es kirchliche Eheberatungsstellen. Die Kirchen nehmen damit einen Teil der Verantwortung wahr, den sie für die Beziehung zwischen zwei Menschen haben. Gottes Liebe und Fürsorge zeigt sich in der konkreten Begleitung durch Menschen. Erste Anlaufadressen auf unserer Unterseite Beratung oder schreiben Sie uns.

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Ich hätte gern Erinnerungsfotos vom Gottesdienst, mich stört jedoch das Filmen und Fotografieren.
Sprechen Sie mit der Pfarrerin, dem Pfarrer. Er, sie wird sicherlich mit Ihnen nach der Trauung noch für „gestellte“ Fotografien zur Verfügung stehen. Dann behält der eigentliche Gottesdienst seine ganze Würde und Andacht und für das Familienalbum ist auch gesorgt. Bitte weisen Sie auch rechtzeitig Ihre Gäste auf diesen Wunsch hin.

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Kann ich in einer anderen Kirche oder im Grünen heiraten?
Grundsätzlich haben Sie die freie Wahl des Trauortes. Besprechen Sie Ihre Vorstellungen frühzeitig mit Ihrer Pfarrerin, Ihrem Pfarrer. Die Trauung fern ab von Ihrer Gemeinde hat jedoch einige Nachteile. Achten Sie darauf, dass Sie in diesem Fall auch Ihre Gemeinde ein bisschen besser kennen lernen. Vor allem dann, wenn Sie an Kinder denken. Viele Kirchengemeinden haben Krabbelgruppen und Kindergärten, bieten Kindergottesdienste und Kinderbibeltage an.

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Was kostet die Trauung in einer evangelischen Kirche?
Als einzige Regel in dieser Frage gilt: Keine evangelische Kirchengemeinde in Bayern lastet dem Brautpaar mit den Gebühren die vollen Kosten einer Trauung auf. Letztere bewegen sich je nach Kirche und Aufwand (z.B. für Heizung, Licht, Arbeitsstunden) zwischen mehreren Hundert und vielen Tausend Euro für Personal, Gebäude und Bewirtschaftung. Die Gebühren variieren von Gemeinde zu Gemeinde, im Durchschnitt verlangen sie einen Pauschalbetrag zwischen 50 und 100 Euro. Verbindliche Auskunft gibt Ihnen Ihr Pfarramt.

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Der Vater der Braut will seine Tochter in die Kirche führen und dort dem Bräutigam übergeben. Kennt die evangelische Kirche diesen Brauch?
Dieser ursprünglich germanische Brauch fand auch Einzug in die evangelische Kirche. Er ist belastet von seiner patriarchalen Vorstellungswelt, aus der er stammt: Die Frau ist Eigentum des Mannes. Aus der Hand des Vaters nimmt der neue Eigentümer seinen Besitz entgegen.

Manchen Vätern fällt es so leichter, sich von ihrer Tochter zu lösen. Oder aber sie brauchen einen Auftritt im Gottesdienst. Sprechen Sie die Möglichkeiten mit Ihrer Pfarrerin, mit Ihrem Pfarrer ab.

Heiraten in der Bethlehemsgemeinde

Das Paar

Die kirchliche Trauung ist gleichermaßen eine sehr persönliche wie auch eine öffentliche Handlung: Zwei Menschen versprechen vor anderen und vor Gott, dass sie beieinander bleiben wollen in guten wie in bösen Tagen, und bekräftigen dies durch die Worte: „Mit Gottes Hilfe“. Für eine kirchliche Trauung ist es deshalb notwendig, dass mindestens einer von beiden der Kirche angehört und der andere dem Glauben gegenüber so offen ist, dass er mit Gottes Hilfe rechnen mag.

Die Trauzeugen

Beim Standesamt sind keine Trauzeugen mehr nötig. In der Kirche gibt es die Trauzeugen weiterhin, obwohl sie kirchenrechtlich nicht notwendig sind. Die Trauzeugen sind Begleiter des Paares auch über den Hochzeitstag hinaus. Deshalb wird bei uns in der Bethlehemskirche den Trauzeugen eine Trauzeugenfrage gestellt: „Sind sie bereit, NN und NN auf ihrem Weg zu begleiten, ihre Freude zu teilen und ihren Schmerz, ihre Liebe zu schützen und zu stärken, und manchmal auch unbequeme Wahrheiten zu sagen?“

Termin und Ort

Wer heiraten möchte, sollte mit seinen Vorüberlegungen frühzeitig beginnen. Gerade die Festlegung eines Trautermines kann sich als schwierig erweisen, denn es sind vier Parteien terminlich aufeinander abzustimmen: Das Paar selbst, die Verwandten, die Wirtschaft und die Kirche, in der die Trauung stattfinden soll. Die Erfahrung zeigt, dass manche dem Irrtum erliegen, die Kirche sei terminlich am flexibelsten. – Als Traukirche kommt für evangelische Hochzeiten im Allgemeinen die Bethlehemskirche in Frage. Ausnahmen sind möglich, allerdings nur im näheren Umkreis.

Ökumenische Trauungen

Kirchenrechtlich gibt es keine ökumenische Trauung, sondern nur eine konfessionelle Trauung mit Beteiligung der jeweils anderen Konfession. Das Selbstverständnis konfessionsverschiedener Ehepaare ist dem Kirchenrecht also weit voraus. Und das ist auch gut so. Denn nur wenn man das Kirchenrecht immer wieder an geeigneten Stellen ignoriert, wird es sich zum Guten weiter entwickeln.

Vorbereitungen

Wer heiraten will, vereinbart mit dem Pfarrer ein Traugespräch, in dem Ablauf und Inhalt der Hochzeit besprochen werden. Zur Vorbereitung hilft es, wenn Sie sich Gedanken über mögliche Lieder, den Trauspruch und darüber machen, warum Sie eigentlich kirchlich heiraten wollen.

Trausprüche - eine kleine Auswahl

Mit meinem Gott überspringe ich Mauern
(Psalm 18, Vers 30)

Du, Gott, zeigst mir den Weg zum Leben
(Psalm 16, Vers 11)

Ich verlasse mich auf deine Liebe, Gott
(Psalm 13, Vers 6)

Dienet einander, ein jeder mit der Gabe, die er von Gott empfangen hat
(1. Brief des Petrus, Kapitel 4, Vers 10)

Der Mensch sieht, was vor Augen ist, der Herr aber sieht das Herz an
(1. Buch Samuel, Kapitel 16, Vers 9)

Ziehe hinweg aus deinem Vaterlande und aus deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen werde
(1. Buch Mose, Kapitel 12, Vers 1)

Gott hat seinen Engeln befohlen, dich zu beschützen, wohin du auch gehst.
(Psalm 91, Vers 11)

Du stellst meine Füße auf weiten Raum
(Psalm 31, Vers 9)

So ist es ja besser zu zweien als allein; denn sie haben guten Lohn für ihre Mühen. Fällt einer von ihnen, so hilft ihm sein Gesell auf. Weh dem, der allein ist, wenn er fällt. Dann ist kein anderer da, der ihm aufhilft. Auch wenn zwei beieinander liegen wärmen sie sich; wie kann ein einzelner warm werden.
(Prediger, Kapitel 4, Vers 9-11)

Christus spricht: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben
(Johannesevangelium, Kapitel 8, Vers 12)

Alle Dinge lasst in der Liebe geschehen!
(1. Brief an die Korinther, Kapitel 16, Vers 14)

Nun aber bleiben Glauben, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“
(1. Brief an die Korinther, Kapitel 13, Vers 13)

Euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen.
(Johannesevangelium, Kapitel 16, Vers 22)

Seid niemandem etwas schuldig, außer dass ihr euch untereinander liebt!
(Brief an die Römer, Kapitel 13, Vers 8)

Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe.
(Johannesevangelium, Kapitel 13, Vers 34)

Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.
(Brief an die Galater, Kapitel 6, Vers 2)

Seid aber untereinander freundlich und herzlich und vergebt einer dem anderen wie auch Gott euch vergeben hat.
(Brief an die Epheser, Kapitel 4, Vers 32)

Wir haben erkannt und an die Liebe geglaubt, die Gott zu uns hat. Gott ist die Liebe und wer in ihr bleibt, bleibt in Gott und Gott in ihm.
(1. Johannesbrief, Kapitel 4, Vers 16)

Dennoch bleibe ich stets bei dir, denn du hältst mich bei deiner rechten Hand.
(Psalm 72, Vers 23)

Wohin du gehst, da will auch ich hingehen, wo du bleibst, da bleib auch ich.
(Buch Ruth, Kapitel 1, Verse 16ff.)

Wie köstlich ist deine Güte, Gott, dass Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben!
(Psalm 36, Vers 8)

Mein Herz ist bereit, Gott, mein Herz ist bereit, dass ich singe und lobe. Denn deine Güte reicht, so weit der Himmel ist und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen.
(Psalm 57, Verse 8 und 11)

Gottes Rat ist wunderbar, und er führt es herrlich hinaus.
(Prophet Jesaja, Kapitel 28, Vers 29)

Einen Menschen lieben heißt, ihn so sehen, wie Gott ihn gemacht hat.
(Dostojewski)

Eins plus eins ist eins

Der Entschluss zur Trauung gehört zu den persönlichsten Entscheidungen, die man in seinem Leben trifft, denn man vertraut sich mit seinem ganzen Leben einem anderen Menschen an. Deshalb kommt der Entscheidung, wem man sich hingibt, so weit reichende Bedeutung zu.

Das Spannende an der Sache ist, dass man diese Entscheidung auf Hoffnung hin treffen muss, denn eine Garantie, dass es gut gehen wird, gibt es nicht. Auch die kirchliche Trauung ist keine solche Garantie. Die Ehe ist ein Wagnis – ein Wagnis allerdings, das Gott mit Wohlwollen betrachtet. Eines nämlich ist erstaunlich: In der Bibel lesen wir im ersten Gebot, dass wir uns kein Bild von Gott machen sollen. Gleichzeitig steht in derselben Bibel in der Schöpfungsgeschichte nur wenige Seiten zuvor, dass Gott selbst ein Bild von sich gemacht hat, nämlich den Menschen, den er zu seinem Ebenbild schuf.

Und diesen Menschen schuf er als Mann und Frau. Das bedeutet, dass wir erst im Miteinander, in der Gemeinschaft mit anderen Menschen zum Ebenbild Gottes werden. Wer nur an sich selbst denkt, verfehlt sein Ziel und lebt im Grunde umsonst. Erst wer in Beziehung zu anderen Menschen tritt, wird selber Mensch. Dieses Menschwerden, dieses In-Beziehung-Treten ist beileibe nicht nur in der Ehe möglich. Das geschieht genauso unter Frauen, die sich lieben, oder unter Männern; das geschieht zwischen Eltern und Kindern oder zwischen feindlichen Soldaten, die die Waffen weglegen und einander die Hände reichen. Als Ebenbild Gottes erweisen wir uns da, wo wir nach gelingenden Beziehungen streben.

Die Ehe nun hat Gott unter allen Beziehungen mit seinem besonderen Segen belegt, denn in ihr wird unser Menschsein in allen Schichten angerührt, bis hinein in unsere Seele und in die letzte Faser unseres Körpers, ja bis hinein in unsere Zukunft, indem wir Kinder bekommen können. Das unterscheidet die Ehe von anderen Beziehungen. Wer heiratet, steigt in eine Unternehmung ein, die Gott selbst so gewollt hat. Mit der Ehe beteiligen wir uns am Auftrag Gottes an uns Menschen, gelingende Beziehungen zu verwirklichen im Zusammenleben untereinander, Gräben zu überwinden, Frieden zu stiften.
Ohne Liebe geht da gar nichts. Ohne Liebe erreichen wir kein Ziel. Mit der Liebe aber geht viel. Denn die Macht der Liebe ist groß. Gott segnet die Liebenden und stellt sich an ihre Seite. Es tut jeder Ehe gut, mit Gott und seiner Gegenwart zu rechnen. Denn dann stimmt auch die folgende Gleichung: Eins plus eins ist drei.
Pfr. Michael Hoffmann