Taufe

Häufige Fragen zur Taufe

Wie alt sollte mein Kind zur Taufe sein?

Eine Taufe ist in jedem Alter möglich, üblich ist die Taufe im Kleinkindalter.

Wer kann Taufpate oder Taufpatin werden?

Alle getauften und konfirmierten evangelischen Christen. Patin oder Pate kann nicht werden, wer keiner christlichen Kirche oder wer einer Sekte angehört. Wer aus der Kirche ausgetreten ist, hat damit auch das Recht verloren, Taufpate zu sein.

Was ist eine Patenbescheinigung?

Kommt der Pate oder die Patin nicht aus der Kirchengemeinde des Täuflings, werden Sie um eine Patenbescheinigung gebeten. Die stellt das Pfarramt der Kirchengemeinde aus, wo der Pate oder die Patin den Hauptwohnsitz hat. Die Patenbescheinigung bestätigt die Kirchenzugehörigkeit der Patin, des Paten.

Müssen die Eltern Mitglied der Kirche sein?

Die Eltern verpflichten sich während der Taufhandlung zur christlichen Erziehung ihres Kindes. Deshalb sollte ein Elternteil Mitglied einer christlichen Kirche sein. Ist das nicht der Fall, muss mindestens ein Pate evangelisch sein.

Kann ein Täufling auch anderswo getauft werden?

Das ist nach Absprache in Einzelfällen möglich, jedoch sind wegen der Vielzahl der Taufanfragen auswärtige Taufen schon aus Zeitgründen kaum machbar.

Kostet eine Taufe Gebühren?

Nein, wenn der Täufling Mitglied der Carolinenkirche ist. Andernfalls erheben wir für die Nutzung und Reinigung der Kirche während des Taufgottesdienstes eine Pauschale von 75 Euro. Dazu kommt noch das Honorar des Organisten in Höhe von 50 Euro (oder mehr, falls beispielsweise Proben mit Solisten nötig sind).

Gibt es eine ökumenische Tauffeier?

Obwohl die evangelische Taufe in fast allen Kirchen Gültigkeit hat, gibt es noch keine gemeinsame ökumenische Tauffeier. Es gibt allerdings viele Möglichkeiten, ökumenische Elemente in die Tauffeier einfließen zu lassen.

Vorbereitung der Taufe

Wenn Sie Ihr Kind oder sich selbst taufen lassen wollen, wenden Sie sich bitte an das Pfarramt oder direkt an Herrn Pfarrer Dörrich. Für das Taufgespräch halten Sie bitte die Geburtsurkunde des Täuflings bereit. Die Standesämter stellen bei Geburten in der Regel eine Bescheinigung „für religiöse Zwecke“ aus. Bei erwachsenen Taufinteressenten ist das Familienstammbuch ausreichend.

Bei einer Kindertaufe ist es wertvoll, wenn neben den Eltern auch die Patinnen und Paten bei dem Vorgespräch dabei sind. Sie haben eine wichtige Funktion im Taufgottesdienst. Bei diesem Treffen wird unter anderem besprochen, wie die Tauffeier ablaufen soll. Bei vielen Elementen (den Liedern, der Musik, den Fürbitten, der Taufkerze) können Sie die Feier mitgestalten. Gerne wird Ihnen Herr Pfarrer Dörrich Vorschläge machen.

Wichtig ist die Auswahl eines Taufspruches. Dieser biblische Vers soll den Getauften oder die Getaufte ein Leben lang begleiten. Wählen Sie ihn bitte mit Sorgfalt aus (eine gute Auswahl finden Sie im Internet unter www.taufspruch.de) oder lassen Sie sich von uns beraten.

Was ist die Taufe?

Mit der Taufe wird ein Mensch in die Gemeinde Jesu Christi aufgenommen und gehört (sozusagen als sichtbare Zeichen) der Kirchengemeinde seines Wohnsitzes an. Dem Täufling wird bei der Tauffeier Gottes Schutz und Segen zugesprochen – eine Zusage, die für das ganze Leben gilt. Deshalb bleibt die Taufe auch bei einem Wechsel der Konfession oder dem Austritt aus der Kirche gültig und wird bei einem Wiedereintritt in die Evangelisch-Lutherische Kirche nicht wiederholt.

Das Wasser
Das wichtigste Element der Tauffeier ist das Wasser. Dem Täufling wird dreimal Wasser über den Kopf gegossen und dabei die Taufformel gesprochen: „Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ Wasser ist das Urelement des Lebens, ohne Wasser kann kein Leben entstehen. Wasser kann aber auch eine Bedrohung sein, ein Leben kann darin untergehen und enden. Der Täufling erfährt symbolisch im Wasserritus, was Jesus Christus durchlebt hat: Wie er durch den Tod hindurch zum ewigen Leben gelangt ist, so kommt das Wasser über den Täufling und er „taucht auf“ als Mensch des neuen Lebens.

Das Licht
Das Licht ist das zweite wichtige Symbol der christlichen Taufe. Es erinnert an das Jesuswort: „Ich bin das Licht der Welt“ (Johannes-Evangelium, Kapitel 8, Vers 12). Für Getaufte kann im Gottesdienst und später an den Erinnerungstagen eine persönliche Kerze entzündet werden. Diese Taufkerze können Patin oder Pate gestalten. Sie ist dann ein schönes Geschenk, das noch lange nachwirkt. Alter christlicher Brauch ist es, dem Neugetauften ein weißes Gewand als Symbol des ewigen Lebens überzuziehen, in der evangelischen Kirche werden Kinder zur Taufe aus diesem Grund oft weiß gekleidet.

Der Glaube
Zur Taufe zugelassen sind alle, die bereit sind, den Glauben an Jesus Christus zu bekennen. In der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern ist die Kleinkindertaufe die Regel. Da die Kinder den Glauben noch nicht selbst bekennen können, sprechen Eltern, Paten und die gesamte Taufgesellschaft stellvertretend das Glaubensbekenntnis. Um getauft zu werden, brauchen Jugendliche und Erwachsene keine Paten, sie sprechen das christliche Glaubensbekenntnis selbst.

Christ sein
Die Taufe ist ein Sakrament, das von fast allen christlichen Kirchen anerkannt und praktiziert wird. Alle im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes Getauften gehören zur weltweiten Christenheit. Evangelisch Getaufte sind eingeladen, am Leben ihrer Kirchengemeinde teilzunehmen und es mitzugestalten.

Taufe

Was ist die Taufe?
Mit der Taufe geschieht, dass Gott sich mit einem Menschen verbindet. Das macht ihn neu als einen Menschen, dessen Leben durch Gottes Liebe zum wirklichen, guten Leben werden kann. Was dunkel ist und von Gott trennt, dessen Macht wird gebrochen, es wird abgewaschen und ersäuft Die Taufe ist nicht ein magisches Handeln, durch die ein Mensch eine Art Schutzzauber erfährt, sie ist eine Lebensrichtung und Lebensgrundlage: die Beziehung zwischen Gott und genau diesem Menschen und diesem Menschen und Gott soll das Leben prägen. Mit der Taufe wird man auch in die Kirche aufgenommen, weil Gott möchte, dass die Menschen, die zu ihm gehören, untereinander zusammengehören.

Was braucht es also, um getauft zu werden?
Den Wunsch, mit dem Gott zu leben, der sich in der Bibel, besonders in Jesus Christus zeigt.
Warum taufen wir dann auch kleine Kinder, die noch gar nichts von Gott wollen können?

Weil immer unser Glück bleibt, dass Gott seine Liebe schenkt, und weil er immer zuerst kommt. Man kann und muss sich Gott nicht verdienen, etwa in dem Sinn, dass man erst dies und das erfüllen und leisten müsste, bevor er uns aufnimmt. Die Antwort des Menschen, dass er auch Gott liebt, dass er auf ihn hören will und darin seine Bestimmung findet, das folgt immer erst danach. Bei der Taufe eines kleinen Kindes sehen wir sehr deutlich, dass der Mensch Gottes Liebe geschenkt bekommt, einfach so, aus seiner Güte heraus. Bei der Taufe eines größeren Kindes oder eines Erwachsenen sehen wir sehr deutlich, dass Gott auf Antwort wartet, weil er den Menschen ja liebt. Seine Liebe kommt so zum Ziel, dass Menschen an ihn glauben und mit ihm leben wollen. Gottes Liebe und die Antwort des Menschen gehören zusammen. Darum braucht es bei einem kleinen Kind auf jeden Fall jemanden, der will, dass Gott und Kind gemeinsam durchs Leben gehen, und ihm helfen will, dass das wächst. Andernfalls kann es erst später getauft werden. In der Regel sind es die Eltern, und die Paten helfen ihnen dabei, Glaube zu säen und zu stärken. In der Konfirmation wird die eigene Zustimmung des Kindes nachgeholt.
„Mein Kind soll sich selbst entscheiden“

Das ist gut, aber das heißt nicht, dass es nicht getauft werden kann. Eltern entscheiden bei so vielen Fragen ohne ihr Kind, wozu sie es erziehen möchten: zu Gehorsam oder zu Autonomie, zu Durchsetzungsfähigkeit oder zu Rücksicht, zu bürgerlichem Anstand oder zu anderen Regeln. Wenn Ihnen als Eltern Glaube an Gott wichtig und wesentlich ist, warum sollen Sie gerade da das Kind sich seinen Weg ohne Sie suchen lassen? Bei dem, was vielleicht das Zentralste im Leben ist? Helfen Sie ihm, Gott und Glauben kennenzulernen, geben Sie ihm ruhig mit der Taufe die Gewissheit, dass Gott es kennt und nie verlassen wird. Ob es dann glaubt, kann es nur entscheiden, wenn es etwas gut kennt.
Wie ist der Weg zu einer Taufe?

Sprechen Sie uns an, mit genügend zeitlichem Vorlauf. Es wird ein Taufgespräch vereinbart, bei dem über alle Fragen gesprochen wird zu Inhalt und Sinn der Taufe bis zu Zeitpunkt und Gestaltung. Ihre Fragen und Ideen sollten Sie auf jeden Fall im Taufgespräch ansprechen.
Wie wird die Taufe gefeiert?

In der Regel als erster Höhepunkt in einem Gottesdienst. So kann sich die Gemeinde mit freuen über ihr neues Mitglied, und man merkt auch beim Feiern, dass man mit der Taufe zur Gemeinde gehört. Wichtige Elemente dabei sind:

die Erinnerung an den Taufauftrag (Matthäus 28, 16-20),
Dank und Bitten für das Taufkind,
die Tauffragen, mit denen Eltern und Paten gefragt werden, ob sie das Kind in Gottes Sinn begleiten wollen, bzw. auf die ein größeres Kind oder ein Erwachsener antwortet, dass man an Gott glaubt und getauft werden will
die Taufe dreimal mit Wasser im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes
meist die Entzündung der Taufkerze an der Osterkerze und die Nennung des Taufspruches
Paten
Kirchliche Paten übernehmen im Auftrag der Gemeinde die Aufgabe, den Eltern zu helfen, dass das Kind möglichst Gott vertrauen lernt und zur christlichen Gemeinde findet. Dazu ist es sicher gut, dem Kind ein Freund und Begleiter zu werden, Gott liebt ja nicht nur den Glauben des Kindes, sondern das Kind. Paten müssen deshalb Mitglied einer christlichen Kirche sein. Wer sich von der Kirche getrennt hat, kann die Aufgabe nicht übertragen bekommen.
Taufbräuche

Taufbräuche gibt es viele, sie sind oft nicht unbedingt nötig bei der Taufe, unterstreichen aber einen Aspekt, der sowie so bei der Taufe dabei ist. Darum hier eine Auswahl:
Taufkleid: ist ursprünglich weiß und drückt aus, dass mit der Taufe alles Finstere von einem Menschen abgewaschen ist, er ist rein und neu.
Taufspruch: ein Bibelwort, das dem Täufling mitgegeben wird. Es unterstreicht, dass gerade in der Bibel Gott uns etwas zu sagen hat.
Taufkerze: zeigt, wie hell ein Leben durch Gott wird. Jesus Christus sagt: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht im Finstern wandeln, sondern das Licht des Lebens haben.“ (Johannes 8, 12)

Das Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott, den Vater,
den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.

Amen.

FAQs zur Taufe

Wie alt sollte mein Kind zur Taufe sein?

Unsere Kirche tauft aus Glaubensgründen bereits Kleinkinder. Daneben ist eine Taufe in jedem Alter möglich. Besprechen Sie Ihre Einschätzungen und Fragen am besten einmal mit einer Pfarrerin oder einem Pfarrer.

Wer kann Taufpate oder Taufpatin werden?

Alle getauften und konfirmierten evangelischen Christen. Patin oder Pate kann nicht werden, wer keiner christlichen Kirche oder einer Sekte angehört.

Wer aus der Kirche ausgetreten ist, hat damit auch das Recht aufgegeben, Taufpate zu sein.

Was ist eine Patenbescheinigung?

Kommt der Pate oder die Patin nicht aus der Kirchengemeinde des Täuflings, werden sie um eine Patenbescheinigung gebeten. Die stellt das Heimatpfarramt des Paten oder der Patin aus.

Die Patenbescheinigung bestätigt die Kirchenzugehörigkeit der Patinnen und Paten.

Müssen die Eltern Mitglied der Kirche sein?

Die Eltern verpflichten sich in der Tauffrage zur christlichen Erziehung ihres Kindes. Deshalb sollte ein Elternteil Mitglied einer christlichen Kirche sein.

Gibt es eine ökumenische Tauffeier?

Obwohl die evangelische Taufe in fast allen Kirchen Gültigkeit hat, gibt es noch keine gemeinsame ökumenische Tauffeier. Es gibt allerdings viele Möglichkeiten, ökumenische Elemente in die Tauffeier einfließen zu lassen. Fragen Sie Ihren Pfarrer oder Ihre Pfarrerin.

Tauf-Spruch – ein begleitender Satz aus der Bibel

Hier ist eine kleine Auswahl von Taufsprüchen:
Der Herr ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen!
Psalm 27,1

Er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt.
Psalm 91,11.12

Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.
Psalm 139,5

Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.
Jesaja 43,1

All eure Dinge lasst in der Liebe geschehen!
1.Korinther 16,14

Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.
2.Korinther 5,17

Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.
2.Timotheus 1,7

Die Tauf-Frage

Bei der Taufe eines Kindes werden die Eltern mit folgenden oder ähnlichen Worten gefragt:

Liebe Eltern,
wir alle haben unser Leben von Gott. So sollt ihr euer Kind als Gabe des Schöpfers annehmen. Durch eure Liebe soll es das erste Zutrauen zur Güte Gottes gewinnen. Größer als unsere Liebe ist die Liebe Jesu Christi. Darum sollt ihr euer Kind zum Glauben an Jesus Christus hinführen, zum Beten anleiten und ihm helfen, ein lebendiges Glied der Kirche Jesu Christi zu werden. Seid ihr dazu bereit, so antwortet: Ja, mit Gottes Hilfe!

Die Patinnen und Paten werden gefragt:

Liebe Patinnen, liebe Paten,
ihr vertretet bei diesem Kind die christliche Gemeinde. Deshalb frage ich euch: Seid ihr bereit, die Patenschaft an diesem Kind zu übernehmen, für dieses Kind zu beten, ihm in Notlagen beizustehen und ihm zu helfen, ein lebendiges Glied der Kirche Jesu Christi zu werden, so antwortet: Ja, mit Gottes Hilfe.

Ältere Kinder, Jugendliche oder Erwachsene werden bei ihrer Taufe gefragt:

Glaubst du an Gott den Vater, den Schöpfer aller Dinge? Glaubst du an Jesus Christus, Gottes Sohn, unsern Herrn? Glaubst du an den Heiligen Geist, der lebendig macht? Willst du getauft werden?

Die Tauf-Feier

Taufen in der Bethlehemskirche

Im Grunde sind alle Taufen einander sehr ähnlich. Im Folgenden finden Sie ein paar allgemeingültige, aber auch einige für unsere Gemeinde spezifische Informationen zur Taufe.

Die Eltern
Die Konfession der Eltern spielt für die Taufe grundsätzlich keine Rolle, da es sich ja um eine Segnung des Kindes handelt. Auch wenn beide Eltern aus der Kirche ausgetreten sind, ist eine evangelische Taufe möglich. Jedoch wünschen wir uns, dass Sie prüfen, ob die Gründe für den Austritt noch stimmen, und ggf. in die evangelische Kirche eintreten.

Das Kind
Die meisten Kinder werden während ihres ersten Lebensjahres getauft. Aber auch spätere Taufen sind möglich, z.B. während des Konfirmanden-Camps. Mit 14 Jahren ist ein Kind religionsmündig. Es kann sich dann ohne Einwilligung der Eltern taufen lassen. Und mit bereits 10 Jahren muss ein Kind bei religiösen Entscheidungen gehört werden.

Die Paten
Anders als bei den Eltern ist die Konfession der Paten durchaus wichtig. Paten müssen einer christlichen Kirche angehören. Manche empfinden das als Formalismus. In Wirklichkeit ist es ein Ernstnehmen der Paten. Da wir über den Glauben eines Konfessionslosen nichts aussagen können und uns nicht anmaßen wollen, ihn zu prüfen, können wir nur seinen formalen Kirchenaustritt ernst nehmen und ihm die formale Patenschaft verwehren. Die unterschiedliche Behand-lung von Eltern und Paten rührt daher, dass aus kirchlicher Sicht die Paten Stellvertreter der christlichen Gemeinde sind. Sie sollen besonders in der religiösen Erziehung mitwirken. Deshalb ist die eigene religiöse Beheimatung wichtig.

Die Taufe
Taufen finden bei uns im Allgemeinen sonntags statt, entweder im oder nach dem Hauptgottesdienst. Weil wir sehr viele Taufen haben, fassen wir immer mehrere Taufen zusammen – maximal aber drei Familien. Im Taufgespräch wird der Ablauf ausführlich besprochen. Eltern und Paten können, wenn sie wollen, im Taufgottesdienst mitwirken, z.B. durch das Vorlesen des sog. Kinderevangeliums, durch einen Segenswunsch für den Täufling, durch die Gestaltung einer Taufkerze oder durch das Auswählen des Taufspruches und der Lieder.

Aufnahme in die Kirche
Die Taufe ist nicht nur eine Segenshandlung, sondern auch ein kirchenrechtlicher Akt: Mit der Taufe wird das Kind in die evangelische Kirche aufgenommen.

Pfarrer Michael Hoffmann

Die Vorbereitung der Taufe

Wenn Sie Ihr Kind oder sich selbst taufen lassen wollen, wenden Sie sich bitte an das Pfarramt der Bethlehemskirche (Tel. 089-8114101).
Pfarrer Michael Hoffmann wird einen Termin mit Ihnen vereinbaren, um das Fest in Ruhe besprechen zu können.

Bitte halten Sie zu diesem Gespräch die Geburtsurkunde des Täuflings bereit. Die Standesämter stellen bei Geburten in der Regel eine Bescheinigung „für religiöse Zwecke“ aus. Bei erwachsenen Taufinteressenten ist das Familienstammbuch ausreichend. Sollten Sie vor dem Gespräch das Anmeldeformular zur Taufe schon erhalten haben, füllen Sie es bitte vor dem Gespräch aus.

Bei einer Kindertaufe ist es wertvoll, wenn neben den Eltern auch die Patinnen und Paten bei dem Vorgespräch dabei sind. Sie haben eine wichtige Funktion im Taufgottesdienst.

Bei diesem Treffen wird besprochen, wie die Tauffeier ablaufen soll. Bei vielen Elementen (den Liedern, der Musik, den Fürbitten, der Taufkerze) können Sie die Feier mitgestalten. Vorschläge wird Ihnen Pfarrer Hoffmann machen.

Wichtig ist die Auswahl eines Taufspruches. Dieser biblische Vers soll den Getauften oder die Getaufte ein Leben lang begleiten. Wählen Sie ihn mit Sorgfalt aus und besprechen Sie mit Pfarrer Hoffmann die Entscheidung.

Die Taufe – eine Liebeserklärung Gottes

Für die meisten Menschen ist die eigene Taufe etwa genau so wichtig wie die Kinderschluckimpfung. Sie wurde vor vielen Jahren an ihnen vollzogen, ohne dass sie gefragt wurden, und seither spielte sie kaum noch eine Rolle. Es ist gut, dass es sie gab, aber man hat keine Ahnung, ob sie zu etwas nütze war. Wenigstens hat sie ja nicht geschadet.Im Blick auf die Taufe ist solch ein Verständnis sehr zu bedauern. Denn die Taufe ist eine ausgesprochen starke symbolische Handlung. Und wenn es sie nicht schon gäbe, sollte man sie erfinden.

Gott
Wir alle leben von symbolischen Handlungen. Wenn zwei Menschen einander lieben, suchen sie nach sichtbaren Zeichen, mit denen sie ihrer Liebe Ausdruck verleihen können. Sie schenken einander Blumen oder einen Ring. Dabei wissen sie meist sehr genau, dass die Liebe durch solche Geschenke weder erzeugt noch bewiesen wird. Die Liebe ist auch ohne Zeichen vorhanden. Aber mit den Zeichen und Symbolen wird sie tiefer erlebbar. Ähnlich verhält es sich mit der Taufe. Um von Gott geliebt zu werden, ist die Taufe nicht nötig. Gott braucht die Taufe nicht. Wir brauchen sie. Die Taufe produziert nicht Gottes Liebe, sie zeigt sie uns. Sie ist eine Liebeserklärung Gottes.

Du
Wenn wir unser Leben ehrlich betrachten, dann merken wir, dass unsere Fähigkeiten begrenzt sind. Nicht alles, was wir gerne möchten, erreichen wir auch. Wir sind nicht unseres Glückes Schmied. Vieles, was wir sind und haben, verdanken wir anderen. Auch die Zukunft unserer Kinder haben wir nicht in der Hand. Mit der Taufe bekennen wir uns zu dieser Begrenztheit und vertrauen unsere Kinder einer Macht an, die größer ist als wir selbst. Es tut uns gut, schon zu Beginn des neuen Lebens die Herrschaft aus unseren Händen zu geben. Die Taufe ist auch ein Zeichen der Bescheidenheit.

Dein Kind
Manche lehnen die Kindertaufe ab, weil Kinder sich nicht wehren können. Meines Erachtens aber haben wir geradezu die Pflicht, Kinder zu taufen – zumindest wenn wir selbst die Taufe als wichtig empfinden. Denn die Taufe ist die erste Handlung, in der ein Kind als vollgültiger Mensch betrachtet wird. Das Kind wird nicht erst ein Mensch, wenn es sich für etwas entscheiden kann, sondern es ist bereits einer – und zwar einfach deshalb, weil es da ist. Wir dürfen unserem Kind die Liebeserklärung Gottes nicht vorenthalten. Die Taufe ist auch ein Zeichen dafür, dass wir unsere Kinder ernst nehmen. Und wenn es sie nicht bereits gäbe, müsste man sie erfinden.